Califonication – Ein Roadtrip an der Westküste

Es ist nun ein Dreivierteljahr her. Sonne, Meer und Sorglosigkeit – eine kleine Nase des amerikanischen Traums. Lange Zeit wollte ich nach Amerika, jedoch immer ohne Erfolg. Auch wenn ich in meiner Schulzeit damals schon die Chance hatte, haben mich Reisen und das Erkunden neuer Orte nicht sonderlich interessiert. Damals lagen meine Präferenzen noch bei Computerspielen und Abhängen mit Freunden. Doch das ist schon Ewigkeiten her und als sich nun letztes Jahr endlich die Gelegenheit ergeben hat, meinen ersten Flug nach Amerika anzutreten, war ich verdammt nochmal glücklich und aufgeregt. Immerhin ist es Amerika. Kleiner Spoiler: Ich hätte nie gedacht, dass es SO GUT wird!

Aber fangen wir ganz von vorne an.
Die Entscheidung zu dieser Reise fiel eigentlich ganz spontan. Ich hing gerade wieder über meinen Büchern und lernte für die nächste große Prüfung. Da ich nicht sonderlich motiviert war und mir an dem Abend besseres vorstellen konnte, lenkte ich mich dadurch ab, dass ich einige meiner Freunde zutextete und darunter auch einer guten Freundin, die zu der Zeit in Amerika zwei Au-Pair-Jahre absolvierte. Als wir dann auf das Thema kamen, dass ich sie ja mal besuchen wollte und sie darauf entgegnete, dass sie ja nicht mehr lange dort sei, stand die Entscheidung schnell fest – ich fliege nach Amerika (genauer gesagt nach Kalifornien).

Das hieß für mich also, Kopf schnell wieder in die Bücher (damit die Prüfung was wird) und morgen wird sich um einen Flug gekümmert. Dabei ging eins dann schneller als das andere und sowohl Flug als auch Aufenthaltsgenehmigung wurden besorgt.

TIPP #1: Sorgt euch nicht darum, extra einen separaten Führerschein zu beantragen. Zum einen braucht ihr den nicht, da denen der normale Führerschein genügt und außerdem kostet dies wiederum Geld, welches ihr euch gut sparen könnt.


Als meine Reise dann begann, habe ich mir vorgenommen, möglichst viel dieser Reise festzuhalten. Da ich eh gerne Fotos mache, wollte ich diesmal auch regelmäßige Vlogs führen und jeden Tag dokumentieren. Was die Fotos angeht sind wirklich viele Schöne entstanden, welche ihr im Folgenden wohl noch ein oder zweimal sehen werdet. Jedoch haben es leider nur die Fotos geschafft, die mit der Kamera aufgenommen wurden, da mein Handy im letzten Jahr ein Reset erfahren musste und dadurch meine Handyaufnahmen leider nicht mehr herzustellen waren. Die Vlogs geistern immer noch auf meiner Festplatte rum und werden nach langer Überlegung wohl (aufgrund erster Erfahrung mit der Videobearbeitung) auch erstmal da bleiben. 😉

TIPP #2: Ladet euch bei langen Flügen eine oder mehrere Serien/Filme auf Netflix oder Amazon runter, damit ihr eine Beschäftigung für den Flug habt. Hörbücher sind natürlich auch möglich. Ich persönlich habe so einige Folgen „Sherlock“ geschafft. 👍🏼

Da ich von Leipzig leider nicht direkt nach Los Angeles (im folgenden LA) fliegen konnte, macht ich einen Zwischenstopp in Frankfurt, wo ich ein wirklich nettes Paar getroffen habe, die ebenso auf dem Weg nach LA waren. Neben der Info, dass man, wie bereits erwähnt, keinen separaten Führerschein brauche, erfuhr ich von Ihnen, dass man als Student immer nach Ermäßigungen oder Rabatten fragen sollte. Vor allem bei geleiteten Touren, die man bucht (Beispielsweise die Alcatraz Tour in San Francisco).

TIPP #3: Wenn ihr Student seid, fragt nach ermäßigten Preisen, wenn Ich eine Tour oder ähnliches bucht.

Tag 1 – Taco Tuesday in Irvine

Da der Flug nicht sonderlich spannend war, springen wir gleich nach LA. Dort angekommen, ging es gleich mit dem Auto zum Strand mit einem Cocktail in der Hand, wo zufällig ein Festival stattfand – SPAß. Stattdessen heißt es normalerweise erstmal eine Stunde in der Schlange stehen, während Beamte nochmal jedes Dokument und jede deiner Absichten überprüfen. Klingt zwar nicht so spannend wie das Erste, jedoch kann sich keiner aufregen, dass die Kontrollen zu lasch sind 😅.

Als der ganze Kram dann abgeschlossen war und eine Freundin schon mit dem Mietauto auf mich gewartet hatte, fuhren wir erstmal zum „In-N-Out“ Burgerladen neben dem Flughafen. Immerhin muss man seine Ernährung ja gleich mal auf „amerikanisch“ Umstellen.

Danach ging es aber dann doch erstmal an den Strand, immerhin war ich ja deswegen dort (also unteranderem) 😄. Genauer gesagt ging es an den Manhattan Beach. Dort wurde zuerstmal eine Nase der amerikanischen Meerespriese genommen und das erste Mal richtig durchgeatmet.

TIPP #4: Bucht euren Mietwagen in Deutschland. Wir haben bemerkt, dass der Preis in Euro verhältnismäßig günstiger war, als hätte meine Freundin von Amerika aus gebucht. Checkt den Preis also doppelt. Leider kann ich nun nicht sagen, ob dies immer so ist.

Nach unserem Trip an den Manhattan Beach ging es weiter. Unser erstes Ziel war Irvine. Dort konnten wir bei Freunden von ihr unterkommen. Da wir für Unterkünfte möglichst wenig bezahlen wollten, haben wir regelmäßig Couchsurfing betrieben oder uns ein Airbnb gesucht. Um nicht mit leeren Händen dort zu erscheinen, haben wir noch einen kurzen halt am Irvine Spectrum Center gemacht und etwas zu trinken für den Abend eingekauft. Da das Irvine Spectrum Center auch eine Spielhalle mit den verschiedensten Spielen hatte (nein, kein Glücksspiel), habe Ich mich noch an einer Runde Skee Ball versucht und was soll ich sagen… ich war verdammt schlecht 😂
Spaß gemacht hat es trotzdem 😊

TIPP #5: Es geht auch mal ohne Hotels und Hostels. Über Airbnb oder die Couchsurfing App findet man immer ein günstigen Platz zum Schlafen und oft lernt man auch coole Leute kennen!

Bei ihren Leuten angekommen, wurden wir gleich herzlich empfangen. Auch wenn mich anfangs irritierte, dass sich mitten im Wohnzimmer eine Bar befand und das restliche Zimmer komplett leer war, löste sich diese Frage schnell auf. Da sie gerade in Umbauten waren, wurde natürlich nur das Wichtigste behalten. Nach einem kurzen Kennenlernen und 1-2 Drinks ging es dann zum Taco Tuesday und anschließend noch in eine Bar und feiern.

Tipp #6: Geht zum Dienstagabend in ein mexikanisches Restaurant essen. Zum Taco Tuesday gibt es immer Spezials und Angebote rund um Tacos und Getränke. Ähnlich wie eine Happy Hour. In vielen mexikanischen Restaurants in Deutschland ist dies inzwischen ebenso beliebt.

Tag 2 – San Clemente

Am nächsten Morgen ging unsere Fahrt schon weiter und meine Freundin, mit der Ich unterwegs war, musste diesen morgen noch für ein paar Stunden arbeiten. Ich habe es mir derweil in einem Starbucks gemütlich gemacht, ein wenig meine Bilder bearbeitet und die Gegend erkundet.



Nach getaner Arbeit ging es für uns weiter nach San Clemente. Dort angekommen, führte es uns wieder an den Strand. Dort entspannten wir eine Weile, genießten das Wetter und haben es uns in einer Bar am Pier gemütlich gemacht.

Tipp #7: Sei nicht in Eile. Manche Orte und Tage laden einfach dazu ein, sie ruhig anzugehen.

Am Abend fuhren wir noch auf einen höhergelegenen Punkt in San Clemente und konnten dort eine hervorragende Sicht über die Stadt erlangen. Einen Schlafplatz fanden wir am Ende des Tages bei dem Freund einer Freundin, die am Tag davor schon mit uns unterwegs war. Obwohl er uns nicht kannte und selbst auch erst später nachhause kam, durften wir schon mittels Zweitschlüssel zu ihm nach Hause und es uns bequem machen. Eine Geste, die hier in Deutschland ihm wahrlich nicht jeder nachmachen würde.

Tipp #8: Schätze die Offenheit und Gastfreundlichkeit der Leute.

Tag 3 – Laguna Beach

Rise and Shine. Am nächsten Tag lernten wir am Morgen zu allererst den mehr als freundlichen Gastgeber kennen, welcher sich als noch sympathischer herausstellte, als er mir jetzt schon war. Nach einem gemeinsamen Frühstück und coolen Gesprächen ging es dann auch schon wieder weiter Richtung Laguna Beach. Nach einer kurzen Fahrt verschlug es uns zuerst in „Urth Caffé“, in welchem ich den besten Matcha getrunken habe, den ich je hatte. 😌

Tipp #9: Besucht das „Urth Caffé“. Ein wirklich schönes Café in dem man nicht nur einen spitzen Matcha bekommt, sondern auch viele andere leckere Getränke. Zudem ist dieses Café bei Instagrammern in Amerika sehr beliebt.

Im weiteren Verlauf des Tages haben wir unser Auto stehen lassen und haben Laguna Beach erkundet. Nach einem Spaziergang am Strand, haben wir uns kurz am Fisherman’s Cove niedergelassen und ein wenig die Seele baumeln lassen.

Nach einer Weile sind wir dann weiter Richtung Kunstmeile von Laguna Beach. Der South Coast Highway hat viele künstlerische Läden und Shops sowie einige Surfershops, die es sich lohnt anzugucken. Zwar habe ich selbst nichts für mich gekauft, jedoch ein Hoodie für meinen Neffen gab es dann doch noch.

Unsere eigentliche Suche galt jedoch einer Rooftop Lounge, welche anfangs gar nicht so leicht zu finden war. Da diese nicht konkret ausgeschildert war, hat die Suche eine Weile gedauert. Die Suche hat sich schlussendlich jedoch mehr als gelohnt. Ein super leckeres Essen, Campagne Mojitos und eine wunderschöne Aussicht. 😌

Tipp #10: Besucht die Rooftop Lounge in Laguna Beach. Adresse: 1289 South Coast Highway, 4th Floor, Laguna Beach, CA 92651, USA

Langsam wurde es Abend und es stand schon eins fest oder auch eher nicht fest – unser Schlafplatz. Da wir uns nicht weiter darum gekümmert haben, fiel die Wahl auf das Mietauto oder eine Nachtfahrt nach Los Angeles, wo wir schlussendlich einen Platz zum Übernachten gehabt hätten. Wir wollen es am Ende spontan entscheiden, da wir den Abend noch ins Skyloft in Laguna Beach wollten, aber Spoilerwarnung, wir haben uns nach dem Feiern für das Auto entschieden.

Im Skyloft angekommen, trafen wir noch auf ein/zwei Bekannte meiner Freundin mit denen wir dann zum Teil den Abend verbrachten und auch neue Leute kennenlernten. Wie in Amerika üblich ließ ich dem Barkeeper dann auch meine Kreditkarte behalten und schrieb meine Getränke ab da nur noch auf meinen Namen, damit ich jedes Getränk nicht einzeln bezahlen musste – ganz großer Fehler!

Nach einem guten Abend und neuen Bekanntschaften, verließen wir irgendwann die Skylounge und machten es uns in unserem Mietauto gemütlich.

Die nächsten Tage und unsere weiteren Ziele wie Los Angeles und San Francisco findet ihr im 2. Teil: Califonication – Ein Roadtrip an der Westküste Part 2.

|Anton|